Sulamith Sallmann
Sulamith Sallmann
Grüntalerstr.27/28
13357 Berlin
++49 (0) 30 499 11 401
sulamithsallmann[at]web.de
oder
über Facebook
…über die Fotografie
Das ganze Leben, die ganze Welt besteht aus Formen und Texturen, mehr oder weniger chaotisch strukturiert. Hinter jeder aufwendigen Fassade steckt ein auf das einfachste herunterzubrechende Schema – und letzteres interessiert mich. Außerdem habe ich ein Faible für scheinbar belanglose Details und den Blick hinter die Kulissen, da wo die wahren Gefühlen ausgelebt werden. Mich faszinieren die Fehler und Macken, die kleinen Verrückheiten, die das Leben so lebenswert machen und unsere Neugierde wachhalten und uns mit unseren eigenen Ecken und Kanten versöhnen. Eine persönliche Herausforderung finde ich das Fotografieren von mir unbekannten Menschen. Bin ich dann eine Voyeuristin, die sich Lebensmomente der Aufgenommenen stiehlt? Kann ich es für mich vertreten, sie als Stellvertreter zu “verwenden”? Diese Fragen bearbeite ich derzeit sehr stark und probiere mich aus.
VITA
Ich bin 1971 in Sachsen geboren und zog häufig um.
Schon frühzeitig kam ich in den Genuss von Kunst und Poesie.
Meine Mutter, die zunächst Bauzeichnerin war und sich später als Gebrauchsgrafikerin selbstständig machte, zeichnete viel für Archäologen zu Hause. Für diese Tätigkeit musste sie sich vorhandene Fotos vergrößern, wozu sie unsere Küche des nächtens zur Dunkelkammer umfunktionierte. Das hat mich als Teenager auf die Idee gebracht, mir eine eigene Kamera zuzulegen. Eine Beirette, bei der man die Filmempfindlichkeit einstellen konnte und dazu noch, ob die Sonne scheint oder ob es bewölkt ist! Dabei war mir zunächst wichtiger zu sehen, wie die selbst erlebten und aufgenommenen Bilder im Entwickler zu Fotos wurden, als dass die Aufnahmen einen künstlerischen Anspruch erfüllen sollten. Ich dachte, ich hätte ein Medium für mich gefunden, was mir helfen könnte, meine vielen Trennungen von Menschen und Orten zu erleichtern, indem ich sie fixierte.
Weitere künstlerische Einflüsse bekam ich durch meine Väter. Der eine, ein Liedermacher, Autor und mittlerweile Redakteur, wurde 1977 ausgebürgert und durfte erst nach 10 Jahren wieder zu Besuch in die DDR. Dieser Einschnitt hat sich nachhaltig auf meine Weltsicht ausgewirkt. Ich fühlte eine ohnmächtige Wut in mir und tosende Ungerechtigkeit. Oft las ich seine Erzählungen, Gedichte und hörte mir seine Lieder an, um meine kindliche Sehnsucht zu stillen.
Einer meiner anderen Väter arbeitet als Grafiker an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. In seinem Zimmer roch es immer nach Farbe und überall standen Bilder herum. Er brachte uns immer so wundervoll illustrierte Kinderbücher mit nach Hause. Die habe ich geliebt.
Im Freundeskreis meiner Eltern wurde viel musiziert, gemalt, geschrieben und philosophiert. Das hat mich angeregt und inspiriert. Ich empfand es als völlig natürlich, mein Leben gestalten zu wollen.
1988 zogen wir nach Köln. Ich war gefangen im totalen Unverständnis. Ich vermisste so viel.
Trotz meines Besuches an der FOS für Gestaltung in Rheinsbach und eines Praktikums im Fotolabor kam es mir damals nie in den Sinn, die Kunst für mich als Profession zu erheben. Gerade die Fotografie war für mich immer der Ausdruck meines Gefühls, niemals die eines Handwerks. Und Gefühle verkaufen…?
Also habe ich mir meine Brötchen mit Jobs beim TV, auf Messen, mit Modeling, mit Performances, als Stagehand, mit Veranstaltungsorganisation, im Satzbüro, als Sekretärin und dergleichen mehr verdient.
Mittlerweile war auch mein Sohn geboren.
Später folgten Massageausbildungen und eine Ausbildung zur Informationsdesignerin. Ich arbeitete in einem Internetcafé, einer Werbeagentur und als Grafikerin in einer Naturheilpraxis. Anschließend als Online-Editorin für verschiedene Internetseiten und fing dann an, selbst Webseiten zu kreieren.
2002 gründeten wir den Kunstverein Einheit_7 e.V., der kleinere Kunstprojekte realisiert. Es folgten Ausstellungen und Auftritte. Zusätzlich zur Fotografie beschäftigte ich mich Videokunst.
Von 2004 an arbeitete ich mehr als 3 Jahre in einer Vorschule, mit der Aufgabe ein Konzept zur Wissensvermittlung zu erstellen. Während dieser Zeit holte ich mein Abi an der Abendschule nach und begann mit einer Erzieherausbildung. Als mir bewusst wurde, dass dieser Beruf mich nicht zufrieden stellen würde, entschied ich mich für eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, die ich im Januar 2010, zusammen mit meinem jetzigen halbjährigen Praktikum in einer Werbeagentur, abgeschlossen habe.
LINKS