Menschen
Hommage an den Menschen.
Menschen werden, sind, vergehen, wie all die anderen Lebewesen.
Man kann sie ablichten, ohne sie recht zu erkennen.
Sie kokettieren, schämen, fürchten sich.
Dieser eine Augenblick, den die optische Linse als DIE Wahrheit proklamiert und den Fotografierten aufsteigen lässt wie einen Stern oder ihn beschämt zurück lässt.
Es ist nicht einfach sich selbst zu begegnen.
Aber es ist spannend.
Oft habe ich mich gefragt, ob ich ein Voyeur bin, ein Seelenräuber. Manche mögen das so empfinden, doch für mich ist es eine Art Nähe zu finden. Nähe zum Selbst. Denn all diese menschlichen Momente, die ich fixiere, sind auch ein mindestens ein Bruchteil von mir.
Durch das Fotografieren von Menschen in ihrem Dasein erfahre auch ich mich immer wieder neu.
Und das meine ich nicht abgehoben esotherisch. Sondern ganz schlicht. All diese Menschen rufen Erinnerungen in mir hervor, Ängste, Melancholie, Glück und Zukunftsgedanken. Und das macht sie so liebenswert. Selbst in ihrer Dekadenz oder abgestumpften Existenz. Zumindest für mich.
Es ist wie ein Vervielfachen seiner selbst, ein endloses Teilen.