„Du kannst dir sicher sein: gehst du durch den Miriquidi, dem Urwald des südlichen Deutschlands, dem Erzgebirgswald, wirst du die Zeit vergessen, die da draußen regiert und bestimmt. Im Miriquidi bist du innen. Ganz innen drin. Eine Urkraft durchströmt dich. Sie ist nicht böse, aber absolut. Das kann dir Angst machen. Ein wohliges Schaudern.“

Dies ist der Ausgangspunkt der sehr persönlichen Serie „Mirquidi“, die ich Ende 2014 begonnen habe und an Orten, die das Beschriebene in mir replizieren, fortsetze.


Die schroffen Felsen der Atlantikküste in der Normandie mit ihren düsteren und zauberhaften Grotten, verschütteten Geheimpfaden. Strömungen und Gezeiten, die die Steine um- und umwälzen und sie nie in gleicher Formation zurücklassen. Steine mit frischen Bruchkanten und andere mit berührungsschmeichelnden Oberflächen. Einmal in Bewegung versetzt, geben sie keine Ruhe mehr. Bis auf diejenigen, die als Felsen in der Brandung stehen. Tag um Tag, Jahr um Jahr stoisch über die See blicken und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen.